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Äthiopien

Äthiopien

Durch große Entwicklungsfortschritte und klare Wachstumsorientierung kann Äthiopien beachtliche Erfolge in der sozioökonomischen Entwicklung vorweisen. Die äthiopische Wirtschaft erzielte bis vor wenigen Jahren noch zweistellige Wachstumsraten, ) und zählt mit einer Wachstumsrate von 6,3% in 2020/21 auch unter dem Einfluss von Covid-19 und anderen globalen Herausforderungen zu den  am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Dennoch zählt Äthiopien noch immer zu den zwanzig ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.

Der Agrarsektor bildet die Basis der äthiopischen Wirtschaft, in dem rund 70 Prozent der Bevölkerung beschäftigt sind (ein großer Teil davon Frauen) und etwa 40% des Bruttoinlandsprodukts erwirtschaftet wird. Die äthiopische Regierung unternimmt mit Unterstützung zahlreicher Entwicklungspartner große Anstrengungen, um den Agrarsektor sowie lokale Ernährungssysteme weiter auszubauen und zu transformieren, so dass sie zu einer besseren Nahrungsmittelversorgung, zur Armutsminderung und zu wirtschaftlichem Wachstum stärker beitragen können. Wichtige landwirtschaftliche Exportprodukte sind Kaffee, Schnittblumen, Gemüse sowie Ölsaaten. Die in Äthiopien traditionell weit verbreitete Zwerghirse Teff ist in den letzten Jahren als sogenanntes Superfood weltweit populär geworden und stellt ein zunehmend wichtigeres Exportgut dar. Zudem nimmt die Produktion anderer Getreidearten, besonders von Weizen, auch unter dem Eindruck des Ukraine-Krieges stetig zu und wird staatlich zunehmend gefördert.

Große Herausforderungen sind vor allem das starke Bevölkerungswachstum von fast 3% pro Jahr, gewalttätige Konflikte in unterschiedlichen Teilen des Landes, sowie die Anpassung an den Klimawandel mit wiederkehrenden Extremwetterlagen (Überschwemmungen und Dürren). Der Nahrungsmittelbedarf in Äthiopien steigt durch die starke Bevölkerungsentwicklung und die sich wandelnden Ernährungsgewohnheiten stetig. Bis zu 10 Millionen Menschen von regelmäßiger Nahrungsmittelhilfe abhängig und das Land ist auf eine zunehmende Einfuhr von Grundnahrungsmitteln angewiesen, während Exporte einzelner Agrarerzeugnisse dringend benötigte Devisen einbringen.

Gleichzeitig bieten große Landesteile Äthiopiens sehr günstige klimatische Bedingungen für die landwirtschaftliche Produktion, vor allem im Hochland. Dieses Potenzial wird jedoch bei weitem nicht ausgeschöpft. Die Landwirtschaft ist überwiegend kleinbäuerlich geprägt mit durchschnittlichen Betriebsgrößen im Hochland von einem halben Hektar. Daneben gibt es wenige Großbetriebe. Viele Bäuerinnen und Bauern können sich und ihre Familien mit ihrer Ernte nicht ganzjährig ernähren. Äthiopiens Landwirtschaft weist im afrikanischen Vergleich sehr niedrige Flächenerträge auf Grund der kleinen Betriebsstrukturen, beschränktem Zugang zu verbessertem Saatgut sowie moderner Landtechnik auf.

Die äthiopische Regierung hat umfassende Reformpläne ausgearbeitet, um die Potentiale des Landes besser zu nutzen. Der Growth and Transformation Plan II (GTP II) von 2016-20 fokussierte unter anderem auf den Ausbau der verarbeitenden Industrie, Exportorientierung und Steigerung der landwirtschaftlichen Erträge. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) unterstützte Äthiopien bei der Umsetzung Im aktuellen 10-Jahres-Entwicklungsplan (2021-2030) hält die Äthiopische Regierung weitestgehend an den Zielsetzungen des GTP II fest und legt zudem einen starken Fokus auf Klimaresilienz und den Kapazitätsaufbau in Institutionen des Agrar- und Ernährungssektors.

Für das BMEL ist Äthiopien ein Schwerpunktland der Zusammenarbeit. Es spielt in Ostafrika eine wichtige Rolle als Stabilitätsanker. Ziel ist es, das Partnerland bei dem Aufbau einer nachhaltigen, ressourcenschonenden und leistungsstarken Landwirtschaft und der Transformation hin zu nachhaltigen Ernährungssystemenzu unterstützen. Gegenstand der Zusammenarbeit sind die nationale Saatgutpolitik und Bereitstellung von Qualitätssaatgut sowie die Erhaltung und Nutzung der Biodiversität. Die Zusammenarbeit verfolgt die nachhaltige Förderung der Produktivität und die Steigerung der Klimaresilienz in der Landwirtschaft.

(Stand: Januar 2023)