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Projekte

Deutsch-Ukrainische Zusammenarbeit im Bereich Ökolandbau, Phase II

Das Projekt

Ausgangssituation

Die Ukraine zählt zu den bedeutendsten Zulieferländern der Europäischen Union (EU) für ökologisch angebaute Produkte und birgt aufgrund günstiger klimatischer Bedingungen und fruchtbarer Böden vielfältige Potenziale. Dennoch ist die Marktentwicklung mit größeren Hindernissen konfrontiert. Einerseits ist die Steigerung der Wertschöpfung durch Weiterverarbeitung der Produkte limitiert, da in erster Linie Rohstoffe exportiert werden. Hinzu kommt eine eher geringe inländische Nachfrage nach ökologisch produzierten Konsumgütern. Andererseits führten in den vergangenen Jahren festgestellte Qualitätsmängel zu spezifischen Kontrollmaßnahmen der EU für den Import von ökologisch angebauten Produkten, der mit zusätzlichen Kosten für Produktion und Export verbunden ist.

Mit dem Bilateralen Kooperationsprogramm (BKP) stärkt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Partnerländer beim Aufbau einer produktiven und ressourcenschonenden Land- und Ernährungswirtschaft.

Projektziele und Aktionsbereiche

Im Rahmen des BKP trägt das Projekt der Deutsch-Ukrainische Zusammenarbeit im Bereich Ökolandbau seit 2016 durch seinen Fokus auf die Förderung des Ökolandbaus in besonderem Maße zu einer effizienten und nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft in der Ukraine bei.

Der Schwerpunkt der zweiten Projektphase (2020-2023) ist der Kapazitätsaufbau auf institutioneller Ebene. Das Projekt richtet sich an die Mitarbeitenden des zuständigen Ministeriums für Wirtschaftsentwicklung, Handel und Landwirtschaft (MEDTA), welche mit dem Ökolandbaugesetz befasst sind, sowie dessen nachgeordnete Behörden FSA (Lebensmittelkontrollbehörde) und NAAU (Akkreditierungsagentur), welche direkt mit der Umsetzung des Ökolandbaugesetzes auf nationaler und regionaler Ebene betraut sind. Außerdem sollen jene Akteure des Privatsektors adressiert werden, die sich an Aufbau und Weiterentwicklung einer ukrainisch sprachigen Wissensplattform engagieren.

Um die Fachkompetenzen und die institutionellen Strukturen zur Weiterentwicklung des Ökolandbaus zu stärken setzt das Projekt Aktivitäten in drei Aufgabenbereichen um:

1. Stärkung der öffentlichen Hand bei der Umsetzung des nationalen Ökolandbaugesetzes im Einklang mit EU-Vorgaben: Im Juli 2018 verabschiedete das ukrainische Parlament nach mehrjähriger Vorbereitung das nationale Öko-Gesetz. Das zuständige Ministerium befindet sich aktuell an der Fertigstellung der notwendigen Umsetzungsvorschriften, die für das Inkrafttreten des Gesetzes notwendig sind. Dieser Prozess wird bis heute durch das Projekt intensiv begleitet. Daneben wird Mitarbeitenden der Lebensmittelkontrollbehörde (FSA) durch praktische Schulungen Grundlagenwissen zum Ökolandbau vermittelt. Durch den Einsatz internationaler Fachkräfte können die ukrainischen Partner bei der Umsetzung der Öko-Gesetzgebung von deutschen Erfahrungen in den Bereichen Verwaltungsorganisation und Rechtsaufbau profitieren und darauf basierend verlässliche regulative Rahmenbedingungen schaffen.

2. Unterstützung des Ökosektors durch eine Wissensplattform in ukrainischer Sprache: Über eine digitale Wissensplattform, die in Zusammenarbeit mit dem staatlichen Wissenschaftlichen und Methodischen Zentrum für Aus- und Hochschulbildung (NMZ) entwickelt und implementiert wird, kann fachspezifisches Wissen gesammelt, bewertet und bereitgestellt werden. Notwendige Strukturen werden damit geschaffen, um den universitären Ausbildungsstandard in der Ukraine im Bereich des Ökolandbaus zu erhöhen. Dies trägt zu einer langfristigen Qualitätssteigerung der ukrainischen Ökoprodukte bei.

3. Verbesserung der Sichtbarkeit und Koordination des Sektors: Das Projekt zielt auf verbesserte Rahmenbedingungen für einen strukturierten, fachlichen Austausch zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen innerhalb des Sektors ab sowie eine Steigerung dessen Sichtbarkeit im öffentlichen Diskurs. Dies erreicht das Projekt beispielsweise, in dem es ausschließlich Veranstaltungen mit mehreren Initiatoren unterstützt, praktische Schulungen zur Anwendung des Ökolandbaugesetzes fördert und die Erarbeitung und Bereitstellung entsprechender Informationsmaterialen sicherstellt.

Projektpartner und Kooperationen

Auf politischer Ebene wird das Projekt durch das BMEL und auf ukrainischer Seite durch das Ministerium für Wirtschaftsentwicklung, Handel und Landwirtschaft (MEDTA) sowie vom Ministerium für Bildung und Wissenschaft (MBW) getragen. Operative Projektträger in der Ukraine sind die verantwortlichen staatlichen Institutionen für die Überwachung des Öko-Gesetzes (FSA) sowie für landwirtschaftliche Ausbildungseinrichtungen (NMZ).

Die Arbeitsgemeinschaft AFC Agriculture and Finance Consultants und IAK Agrar Consulting GmbH führt das Ökolandbau Projekt seit 2016 in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern durch. Darüber hinaus kooperiert das Projekt insbesondere mit Organisationen und Bildungseinrichtungen, wie der Fachhochschule Bern, dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft und der Fachconsulting Organic Services GmbH. Assoziierte ukrainische Partner sind u.a. die Zertifizierungsfirma Organic Standards Ltd. und der Verband Organic Federation of Ukraine.

(Stand: November 2020)

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