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Buenos Aires: offizieller Kick-off des Deutsch-Argentinischen Fachdialogs zu Innovationen für eine klima- und umweltfreundliche Agrarwirtschaft

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Die argentinische Landwirtschaft durchlief in den letzten Jahrzehnten einen bemerkenswerten Produktions- und Strukturwandel sowie Innovationsprozess, wenngleich die Fortschritte in den einzelnen Regionen unterschiedlich ausfielen. Während die Regionen außerhalb der zentralargentinischen Pampa eine geringe Dynamik aufwiesen, erlebte die Pampa mit der Einführung neuer Technologien wie Direktsaat sowie der Ausweitung der Sojaproduktion einen bemerkenswerten Anstieg der bewirtschafteten Ackerfläche und der Produktivität der Kulturen.

Teilnehmende des offiziellen Kick-offs am 3.12. im Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei (MAGyP) in Buenos Aires, Quelle: GFA
Beschreibung des Bildelements: Teilnehmende des offiziellen Kick-offs am 3.12. im Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei (MAGyP) in Buenos Aires, Quelle: GFA

Der Innovationsprozess und die Ausweitung der landwirtschaftlichen Grenzen haben dem Sektor neue Möglichkeiten eröffnet, aber auch den Druck auf die Umwelt deutlich erhöht. Landnutzungsänderungen, insbesondere durch die Entwaldung des Chaco Trockenwaldes im Norden Argentiniens für die Expansion von Ackerland und Weiden, verursachen die mit Abstand höchsten Treibhausgasemissionen Argentiniens. Bereits heute ist die argentinische Landwirtschaft mit den Auswirkungen des Klimawandels konfrontiert. Eine Verschiebung der Regenzeiten und Änderungen in der Intensität der Regenfälle haben auch auf den Ackerbau Argentiniens einen Einfluss und führen zu Anpassungen in den Aussaat- und Erntezeiten und sinkende Niederschlagsmengen führen zu einer vermehrten Anwendung von Boden konservierenden Anbauverfahren im Ackerbau. Das Land hat das Potenzial, die Effizienz in der Produktion zu steigern und gleichzeitig eine klima- und umweltfreundliche Erzeugung und Verarbeitung der Agrargüter sicher zu stellen.

Der am 1. November 2021 begonnene Fachdialog zwischen Argentinien und Deutschland zielt darauf ab, den Austausch von Fachkräften beider Länder zur Förderung von klima- und umweltfreundlichen Innovationen in der Landwirtschaft zu stärken und den Agrarsektor in einer sozial, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Weise weiter zu entwickeln, Das Projekt soll die argentinischen Partner vor allem in drei Handlungsfeldern unterstützen, die inhaltlich und hinsichtlich ihrer Wirkungen eng verbunden sind, und den wissenschaftlichen und politischen Austausch zwischen deutschen und argentinischen Fachkräften fördert.

Die erste Komponente widmet sich der Verbesserung der institutionellen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur Innovationsförderung im argentinischen Agrarsektor. Hierbei sollen Hindernisse in der Entwicklung und Verbreitung von Innovationen identifiziert werden und Vorschläge zur Überwindung dieser Hindernisse erarbeitet werden. Die zweite Komponente soll die Etablierung einer „AgTech Plattform“ unterstützen, welche zum Ziel hat, Unternehmen und Forschungsinstitute, die klima- und umweltfreundliche Innovationen entwickeln, bei der Vernetzung mit argentinischen und deutschen Unternehmen zu unterstützen und durch Events und Wettbewerbe sowohl argentinischen als auch deutschen Unternehmen und Forschungsinstituten die Möglichkeit geben, ihre Innovationen einer breiteren Fachöffentlichkeit zu präsentieren. Um die Verbreitung von Kenntnissen zu Innovationen für nachhaltige landwirtschaftliche Produktions- und Nutzungssysteme und deren konkrete Anwendung zu ermöglichen umfasst das Projekt in der dritten Komponente Beratung zu innovativen Ansätzen, die im Rahmen kleinere Forschungsprojekte bei der pilothaften Anwendung im Feld gefördert werden.

Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren mit einer Verlängerungsoption von einem weiteren Jahr. In den ersten sieben Monaten soll nun das Projektteam in Buenos Aires mit relevanten deutschen und argentinischen Akteuren einen Arbeitsplan zur Umsetzung der drei Komponenten erarbeiten sowie erste Vernetzungsveranstaltungen durchführen. Im Vordergrund stehen hierbei die Identifizierung der spezifischen Innovationsbereiche sowie die Entwicklung einer institutionellen Struktur der „AgTech Plattform“.

Der offizielle Kick-off für das Projekt fand am 03.12.2021 in Buenos Aires unter Teilnahme des Bundeministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), der Deutschen Botschaft und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der GFA und der IAK als Durchführungsorganisation des Projektes im Ministerium für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei (MAGyP) statt. Auf argentinischer Seite nahmen neben argentinischen Ministeriumsvertreterinnen und –Vertretern außerdem Mitarbeiter des Nationalen Institut für Agrartechnologie (INTA) teil, die als direkter Projektpartner agieren.