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BMEL unterstützt Maßnahmen zur Ernährungssicherung in Äthiopien in Zeiten von Covid19

Das äthiopische Landwirtschaftsministerium fürchtet, dass die COVID-19 bedingten Einschränkungen die Verfügbarkeit von Qualitätssaatgut für die landwirtschaftliche Produktion deutlich verringern. Zusammen mit dem Heuschreckenbefall stellt dieses ein großes Risiko für die Ernährungssicherung in der Region vor allem in den Folgejahren 2021 und 2022 dar.

Quelle: BMEL
Quelle: BMEL

Das vom BMEL BKP finanzierte Programm SSAP zur Förderung der landwirtschaftlichen Produktivität in Äthiopien unterstützt daher die lokalen Partner auch in Zusammenarbeit mit anderen Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bei der Sicherung der Produktionsgrundlagen der kommenden Jahre.

Zusätzliche Produktion von Vorstufensaatgut durch das Ethiopian Institute of Agricultural Research (EIAR)
SSAP unterstützt das Partnerinstitut EIAR in der jetzt beginnenden Pflanzsaison, die Produktion von Vorstufensaatgut (Weizen, Gerste, Teff und Ackerbohne) um bis zu 50 Tonnen zu erhöhen. Dies wird durch die Nutzung zusätzlicher Flächen ermöglicht. Das BMEL übernimmt hierzu die Kosten für Betriebsmittel und Arbeitskräfte. An der Finanzierung beteiligt sich SSAP’s Kooperationspartner GFPi. Das Vorstufensaatgut kann im kommenden Jahr unter anderem bei saatgutproduzierenden Kooperativen vermehrt werden, um die bäuerlichen Betriebe zu versorgen. 

Produktion von Qualitätssaatgut durch saatgutproduzierende Kooperativen
Zwei Kooperativenverbände in den Regionen Amhara und Tigray, mit denen SSAP kooperiert, werden bereits in diesem Jahr in die Lage versetzt, zusätzliche Mengen von qualitätszertifiziertem Weizen-, Teff-, Gersten- und Ackerbohnensaatgut zu produzieren. Die Unterstützung erfolgt in enger Kooperation mit dem BMZ Vorhaben zur Verbesserung des Bodenmanagements (ISFM Integrated Soil Fertility Management). SSAP führt Trainer-Schulungen zur Saatgutproduktion bei den Kooperativenverbänden durch und stellt den Kontakt zu den Lieferanten des Vorstufensaatgutes her. Die Finanzierung dieses Vorstufensaatgutes wird von ISFM übernommen. Im Folgejahr 2021 werden kooperierende landwirtschaftliche Betriebe mit dem Qualitätssaatgut versorgt, verbunden mit entsprechender Beratung im Bodenmanagement.

Technische Unterstützung von Bauern durch das ATC Agricultural Training Center ATC
Eine weitere Maßnahme betrifft die Unterstützung von bäuerlichen Betrieben in der Produktion der laufenden Saison. Die regionale Landwirtschaftsbehörde in Kulumsa, dem Standort des Trainingscenter ATC, hat um Serviceleistung in der Produktion während der Pflanzzeit gebeten. Da das ATC aufgrund der Corona-Beschränkungen derzeit keine Trainings durchführen kann, ist das ATC in der Lage, seine Maschinen zur Verfügung zu stellen. Damit könnten bis zu 300 bäuerliche Betriebe in der Pflanzzeit unterstützt werden. Eine Konkurrenz zu anderen privaten Anbietern (Lohnunternehmen) in diesem Bereich besteht nicht, da auch das ATC die Dienstleistungen gegen Entgelt anbieten wird.

 

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