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Projekte

Deutsch-Indische Zusammenarbeit im Bereich Saatgut – Konsolidierungsphase

Das Projekt

Die gesicherte Versorgung Indiens mit Agrarerzeugnissen wird durch die stetig wachsende Bevölkerung immer mehr zur Herausforderung. Für das bevölkerungsreiche Land sind u.a. der Rückgang der landwirtschaftlichen Fläche pro Person und die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels deutlich spürbar. Dabei kommt der Verfügbarkeit von leistungsfähigem, standortangepasstem Saat- und Pflanzgut eine herausragende Bedeutung zu. Etwa 20 bis 25% der Produktivität in der Pflanzenproduktion wird durch das eingesetzte Saatgut bestimmt.

Das Projekt „Deutsch-Indische Zusammenarbeit im Bereich Saatgut“ bearbeitet diese Problematik seit Juli 2013. Während einer ersten Projektphase wurde mit Partnern des Saatgutsektors ein Fachdialog auf nationaler Ebene etabliert. Im Rahmen einer zweiten Projektphase (Intensivierungsphase) ab Januar 2017 wurde dieser Fachdialog mit ergänzenden Aktivitäten zur Verbesserung der Produktion, Zertifizierung, Verarbeitung und Lagerung von Saatgut im südindischen Bundesstaat Telangana als Pilotregion fortgesetzt. Telangana hat sich in den letzten Jahren zu einem "Seed Hub" Indiens entwickelt.

Die aktuelle 3-jährige Konsolidierungsphase des Projektes (Juli 2019 bis Juni 2022) baut auf dem bisher Erreichten auf. Die positiven Ansätze aus der bisherigen Zusammenarbeit sollen verstetigt und ausgeweitet werden, um Wirkungen und Reichweite des Projekts zu erhöhen.

Projektziele und Aktionsbereiche

Ziel des bilateralen Kooperationsprojektes ist es, den indischen Saatgutsektor zu stärken und dabei die Zusammenarbeit zu festigen. Die bereits in vorangegangenen Phasen identifizierten Verbesserungspotenziale und Handlungsbereiche bei den gesetzlich-politischen Rahmenbedingungen des indischen Saatgutsektors werden weiterverfolgt sowie zusätzliche Maßnahmen zur Herstellung von Qualitätssaatgut durchgeführt. Die Umsetzung konkreter Ansätze zur Optimierung entlang der Saatgutproduktionskette erfolgt in Telangana sowie in weiteren ausgewählten Bundesstaaten.

Themen des Fachdialogs sind insbesondere: Sortenschutz; Saatgutproduktion und –verkehr, einschließlich Zertifizierung, Lagerung und Aufbereitung von Saatgut, technische Verfahren zur Register- und Wertprüfung bei Saatgut sowie neueste Methoden zur Identifizierung von Pflanzensorten.

Die Projektaktivitäten umfassen u.a.:

  • Beratung und technische Trainings durch deutsche/internationale Saatgutexperten in Indien einschließlich Nachbereitung und Betreuung bei der Umsetzung in der Praxis;
  • gegenseitiger Informationsaustauch durch Fachseminare, Roundtable-Gespräche, Workshops und Studien;
  • Erstellung von Informationsmaterialien zu „Best Practices“ in der Saatguterzeugung und -verarbeitung;
  • Schulungen und Fachinformationsfahrten für indische Experten in Deutschland/Europa.

    Direkte Zielgruppen des Fachaustausches sind Vertreter von indischen Saatgutbehörden sowie Mitarbeiter von Saatgutanerkennungsstellen, Agraruniversitäten, Vertreter von staatlichen und privaten Saatgutfirmen sowie deren Interessensverbänden. Diese Aktivitäten kommen den Landwirten, die indisches Qualitätssaatgut nutzen, zu Gute.

    Projektpartner und Kooperationen

    Politische Partner sind das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und die Abteilung für Landwirtschaft und Kooperation im Agrarministerium in Neu-Delhi. Die Abteilung für Landwirtschaft und Kooperation im Agrarministerium im südindischen Bundesstaat Telangana ist weiterer wesentlicher Unterstützer des Vorhabens.

    Mit der Durchführung des Projektes wurde die Arbeitsgemeinschaft Sortenförderungsgesellschaft mbH (SFG), ADT Project Consulting GmbH (ADT) und Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter e. V. (BDP) beauftragt.

    Fachpartner in Neu-Delhi sind:

    • Protection of Plant Varieties and Farmers Rights’ Authority (PPV&FRA)
    • National Bureau of Plant Genetic Resources (NBPGR)
    • National Seed Association of India (NSAI)

    Fachpartner im südindischen Bundesstaat Telangana sind:

    • Telangana State Seed & Organic Certification Authority (TSSOCA)
    • Telangana State Seed Development Corporation Ltd. (TSSDC)
    • Prof. Jayashankar State Agricultural University (PJTSAU)
    • Seedsmen Association Hyderabad (SMA)

    In Deutschland sind u.a. das Bundessortenamt (BSA), das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) e.V. und die Universität Hohenheim an dem Projekt beteiligt.

    (Stand: Oktober 2019)

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