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Brasilien und Argentinien

Brasilien ist mit einer Landesfläche von 8,5 Mio. km² der fünftgrößte Staat der Welt und der größte Südamerikas, Argentinien mit ca. 2,78 Mio. km² der zweitgrößte.

Als Mitglieder der G 20 und der regionalen Wirtschafts- und Freihandelszone „Mercosur“ gehören Argentinien und Brasilien zu den aufstrebenden Volkswirtschaften. Sie sind mit ihrem Produktions- und Exportpotential sowie den Umweltressourcen, wie dem tropischen Regenwald, globale Schwergewichte in der internationalen Agrarwirtschaft und Umweltpolitik.

Rund ein Drittel der Gesamtfläche Brasiliens wird landwirtschaftlich genutzt, in Argentinien sogar mehr als die Hälfte der Landfläche. Die Landwirtschaft trägt mit jeweils ca. 5 % (Brasilien) und 6 % (Argentinien) zum nationalen Bruttoinlandsprodukt bei und ist vor allem durch großflächigen, industrialisierten Anbau von Agrarrohstoffen und deren Weiterverarbeitung geprägt. Rechnet man den vor- und nachgelagerten Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft hinzu, so ist der Anteil am BIP sogar erheblich größer, Schätzungen gehen in Brasilien von bis zu 40 % aus. Daneben existiert eine große Anzahl kleiner und mittlerer Familienbetriebe. Wichtige landwirtschaftliche Produkte beider Länder sind Soja und Mais sowie Rindfleisch.

Die großflächige Produktion von Soja und Mais basiert weitestgehend auf einer konventionellen Landwirtschaft im Monokulturanbau. Allerdings sind hierdurch beide Länder zunehmend mit einem Verlust an Artenvielfalt und natürlichen Waldvorkommen konfrontiert. Auch der hohe und teils übermäßige Einsatz von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln und die damit verbundene Entwicklung von Pflanzenresistenzen sowie Produkt- und Gewässerverunreinigungen stellen in beiden Ländern wachsende Probleme für Gesellschaft und Umwelt dar.

Beide Länder haben die Risiken der Anbausysteme ihrer Agrarproduktion erkannt und agrarpolitische Programme auferlegt, um die Entwicklung nachhaltiger Anbausysteme zu fördern. Zur Ernährungssicherung verfolgt insbesondere Brasilien auf ländliche Gebiete zielende sozialpolitische Programme.

Es existieren mehrere staatliche Programme, die speziell kleinbäuerliche Familienbetriebe und Schulspeisungen unterstützen:

  • Das nationale Programm zur Ernährung in öffentlichen Schulen (PNAE) liefert täglich landesweit 43 Mio. Mahlzeiten zur Ernährung der Schüler aus. Die hierfür verwendeten Nahrungsmittel sollen überwiegend aus kleinbäuerlichem Anbau stammen.
  • Das nationale Programm zur Stärkung der Familienlandwirtschaft (PRONAF) finanziert zu subventionierten Zinssätzen Kredite für Umlauf- und Anlagekapital (Maschinen und Geräte).
  • Über das nationale Kreditprogramm für Immobilienfinanzierung (PNCF) können Kleinbauern Land und Gebäude zu vereinfachten Konditionen finanzieren (z.B. Rückzahlungsaufschub, Tilgung bis zu 25 Jahren).

Landwirtschaftliche Genossenschaften leisten bei der Versorgung des Schulspeisungsprogramms wichtige Beiträge. Ein erheblicher Anteil der ausgereichten Kredite der Programme PRONAF u. PNCF wird über Genossenschaftsbanken abgewickelt (z.B. Sicredi und Sicoob).

Es ist im Interesse des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) mit Argentinien und Brasilien gute bilaterale Kontakte zu pflegen und gemeinsam Lösungen für Problemstellungen in der Landwirtschaft zu suchen.

(Stand: Oktober 2019)

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