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Deutsch-Brasilianischer Agrarpolitischer Dialog startet mit der Implementierungsphase

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Der Deutsch-Brasilianische Agrarpolitische Dialog (APD) nahm im April 2021 seine Arbeit auf und dient als zukünftige Plattform für den fachlichen und politischen Austausch zwischen deutschen und brasilianischen Vertreterinnen und Vertretern der Agrarpolitik und -wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Gruppenfoto nach der PSG-Sitzung mit Vertretern des MAPA, BMEL, Projektteams, der Deutschen Botschaft, der IAK und der GFA
Beschreibung des Bildelements: Gruppenfoto nach der PSG-Sitzung mit Vertretern des MAPA, BMEL, Projektteams, der Deutschen Botschaft, der IAK und der GFA

Auf Grundlage des von den beiden Landwirtschaftsministerien im Januar 2020 unterzeichneten Memorandum of Understanding wurde der APD etabliert, um sich aktuellen Themen und Herausforderungen in der globalen und bilateralen Zusammenarbeit des Agrarsektors zu widmen.

In den ersten Wochen und Monaten hat sich das in Brasília ansässige deutsch-brasilianische Projektteam mit deutschen und brasilianischen Akteuren des Agrarsektors über zukünftig im Rahmen des APDs zu behandelnde Themen ausgetauscht. Der Operationsplan der im Jahr 2022 beginnenden Implementierungsphase des Projektes wurde im Zuge der ersten gemeinsamen Steuerungsgruppensitzung am 1. Dezember 2021 von den Vertretern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung (MAPA) beschlossen. Er umfasst drei Schwerpunktbereiche, in denen eine intensive bilaterale Zusammenarbeit angestrebt wird: 1) Finanzierung für eine nachhaltige Landwirtschaft; 2) Policies für nachhaltige Wertschöpfungsketten und eine klimagerechte Landwirtschaft; und 3) Bioökonomie als Technologie- und Innovationstreiber in der Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Unter dem Thema Finanzierung für eine nachhaltige Landwirtschaft wird es vor allem um den Austausch zur Entwicklung von ökologischen Nachhaltigkeitsstandards als Grundvoraussetzung für die Kreditvergabe in der Landwirtschaft gehen. Hier wurde bereits ein erster Workshop unter Beteiligung zentraler Akteure der brasilianischen Zentralbank und der deutschen Landwirtschaft-lichen Rentenbank durchgeführt.

Im Rahmen des zweiten Handlungsfeldes (Policies für nachhaltige Wertschöpfungsketten und eine klimagerechte Landwirtschaft) werden sich beide Seiten vor allem über Politikinstrumente zur Förderung der Nachhaltigkeit bei der Produktion unterschiedlicher Agrarprodukte, u.a. von Soja und Rindfleisch, austauschen. Zudem soll auf wissenschaftlicher Ebene eine Kooperation zu modernen Produktionsverfahren zur Förderung der Speicherung von Kohlenstoff in Böden angestrebt werden.

Das dritte Themenfeld befasst sich mit der Förderung und dem Austausch zu Technologien der Bioökonomie als Innovationstreiber in der Agrar- und Ernährungswirtschaft in Deutschland und Brasilien. Auch hierzu konnte bereits ein erster erfolgreicher, hochkarätig besetzter, Auftakt-workshop durchgeführt werden, in welchem die deutschen Bioökonomieansätze den brasiliani-schen Partnern vorgestellt und mit diesen diskutiert wurden. In naher Zukunft sollen nun auch die brasilianischen Ansätze zwischen deutschen und brasilianischen Fachkräften diskutiert wer-den. In diesem Handlungsfeld wird der akademische Austausch und die Diskussion zur Anwen-dungsorientierung im Vordergrund stehen.

Alle drei Themen sollen im Rahmen des Projektes durch virtuelle und physische Austauschfor-mate, Fachinformationsreisen und gemeinsame Seminare, Workshops und Publikationen bis März 2024 intensiv bearbeitet werden. Ziel ist es, das gegenseitige Verständnis zu stärken und gemeinsam und auf Augenhöhe an Lösungen für globale umwelt- und klimapolitischen Heraus-forderungen zu arbeiten.