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Feldtag des Agrartrainingscenters (AKTC) in Sambia

Sambia gilt als eines der Länder in Afrika, welches am stärksten mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen hat. Besonders betroffen ist der Agrarsektor, der für Sambia einen sehr hohen Stellenwert hinsichtlich Beschäftigungsanteil und Versorgung mit landwirtschaftlichen Erzeungissen einnimmt.

Versuchslayout des KALM-Projektes, präsentiert von Godfrey Omulo (links), Doktorand der Universität Hohenheim (Quelle: Helmut Anschütz, AKTC)

Die Anbausaison 2018/2019 verzeichnete aufgrund fehlender Niederschläge in vielen Regionen einen sehr geringen Ernteertrag. Die sambische Regierung arbeitet verstärkt an der Entwicklung notwendiger Maßnahmen, die Effekte des Klimawandels zu reduzieren und die Landwirte in ihrer Widerstandsfähigkeit (Resilienz) zu stärken. 

Das Klimaprojekt zur Förderung von klimaangepassten Anbaumethoden in der Landwirtschaft als Maßnahme der Reduzierung der Folgen des Klimawandels für den Agrarsektor in Sambia (KALM) ist seit Mai 2019 an das BMEL geförderte Agrartrainingscenter AKTC angegliedert. KALM ist bis Dezember 2020 angesetzt und soll den sambischen Agrarsektor bei der Entwicklung zu einer klimaangepassten landwirtschaftlichen Produktion unterstützen. Die Universität Hohenheim und die sambische Universität begleiten das Vorhaben wissenschaftlich.

Mit diesem Projekt werden marktorientierte Landwirte angesprochen, die die Anwendung klimaangepasster konservierender Bodenbearbeitungsmethoden im Bewässerungs- sowie Trockenfeldbau auf ihren eigenen Ackerflächen erlernen möchten.

In einem Feldversuch auf 27 ha werden, die für Sambia typischen Hauptfruchtarten Mais und Soja angebaut. Der Mais- und Sojaanbau erfolgt in kleinen Parzellen, auf denen unterschiedliche Bodenbearbeitungsmethoden getestet werden, von konventionellen bis konservierenden Methoden. Bei diesen Feldversuchen wird die Entwicklung des Pflanzenwachstums, der Bodenqualität und der Bodenfeuchte dokumentiert. Ziel der Feldversuche soll es sein, dass ein Vergleich zwischen den beiden unterschiedlichen Bodenbearbeitungstechniken hinsichtlich der Höhe des Ernteertrages gezogen werden kann.

Landwirte sollen durch das Vorhaben in alternativen boden- und klimaschonenden Anbautechniken geschult werden, um diese auf ihren eigenen Anbauflächen realisieren zu können. Dadurch soll es weniger zu klimabedingten Ertragsausfällen und zur sozialen Sicherung der sambischen Bevölkerung hinsichtlich der Versorgung mit landwirtschafltichen Erzeugnissen kommen.

Am 25. Februar 2020 wurde zu einem Feldtag auf die GART Chaloshi Farm eingeladen. Die Farm hat die Anbauflächen für die Feldversuche zur Verfügung gestellt. Es kamen 175 Interessierte aus der Landwirtschaft und Institutionen mit landwirtschaftlichem Hintergrund.

Der Feldtag wurde vom Staatssekretär der Zentralprovinz, Herrn Bernard Chomba, eröffnet. Unter den Besuchern waren über 100 Landwirte aus Chisamba, Chibombo und Lusaka Distrikten. Die Feldversuche werden im Juli 2020 abgeschlossen. Im Maisanbau können bereits unterschiedliche Entwicklungen zwischen konservierender und konventioneller Bodenbearbeitungstechnik erkannt werden. Die Maispflanzen auf den Flächen mit konservierenden Bodenbearbeitungsmethoden sind höher und weisen einen besseren Kolbenbesatz auf. Auch zeigen die Bodenprofile eine gute Wasserdurchdringung. Das Einarbeiten des Strohs schützt den Boden vor Sonne und Hitze. Darüber hinaus fördert die Anreicherung von organischer Substanz die Bodenqualität und ermöglicht eine höhere CO2-Bindung im Boden.

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